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Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Positive Psychologie

Bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) geht es um eine zielgerichtete Förderung von Bewegung, Ernährung, Psychischer Gesundheit und der Suchtprävention mittels gezielter Maßnahmen (z.B. aus der positiven Psychologie). Eine gute BGF teilt sich auf in 6 Bereiche (vgl. Bild 11):

  1. Arbeitsplatzbezogene Rückenschule
  2. Arbeitsplatzbezogenes Training (z.B. Kraft, Ausdauer, Mental)
  3. Multiplikatorenschulung
  4. Stressbewältigung
  5. Präventionssport
  6. Ernährungsberatung

Betriebliche Gesundheitsförderung – Beispiele für Leistungen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Bild: Betriebliche Gesundheitsförderung – Beispiele für Leistungen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Die Prävention steht beim BGF im Vordergrund aller Maßnahmen.

Die Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeiter hat diverse positive Nutzen (Blickhan 2015, 207, 2018), z.B.:

Wenn Ärger im Job das Risiko eines Herzinfarktes verdoppelt und "gefühlte" mangelnde Wertschätzung ebenso ein sehr hoher Risikofaktor ist (Besser-Siegrist 2005), dann muss BGF neben der menschlichen Hardware, den Knochen, Muskeln und Organen auch die dazugehörige Software, das Fühlen und Denken mit einbeziehen.

Gesundheitsförderung ist viel mehr als die Summe aller daran beteiligten Systeme sondern auch deren komplexes Wechselspiel, vergleichbar mit einem Orchester, dem es relativ wenig nützt, wenn jeder Musiker sein Instrument hervorragend beherrscht, aber sich dieser Musiker mit den Anderen nicht in dem anstehenden Tempo, Rhythmus und Einsatz der Instrumente verständigen kann.

Die Selbstwahrnehmung von Bedürfnissen sowie von körperlichen und seelischen Befindlichkeiten ist die Voraussetzung dafür das Menschen die Chance erhalten, auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit hinzuwirken, lange bevor eine Krankheit entsteht. Diese "Selbstwahrnehmung" beginnt mit der erhöhten Achtsamkeit bei einfachen Körpersignalen (Schneider 2018).

Einen Herzinfarkt oder einen Bandscheibenvorfall bekommt man nicht geschenkt, dafür muss man schon etwas tun. Manche Krankheiten muss man sich richtig "verdienen" oder "erarbeiten". Dazu zählen auch die psychischen Erkrankungen (z.B. Burnout[1], LWS-Syndrom, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom). Ebenso, wie Menschen bei einer roten Ampel über die Straße gehen, überhören sie aus Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit die körpereigenen Warnsignale.

Leider ist es so, das in unserem Gesundheitssystem die Symptome und die Krankheiten behandelt aber weniger verhütet werden. Weder in der Medizin noch in der Psychologie oder in anderen therapeutischen Berufen nimmt die Prävention in der Ausbildung einen nennenswerten Platz ein. Im BGF können die körperliche und seelische Gesundheit der Mitarbeiter in vier Phasen aufgeteilt werden:

[1] Ein Burnout kostet dem Unternehmen an direkten Kosten um ca. € 2.000,-- und kann bei verspäteter Erkennung je nach Qualität der Arbeitskraft im Unternehmen über € 100.000,-- kosten. Die indirekten Kosten, wie z.B. durch Leistungsausfall, ungenügend ausgeführte oder abgebrochene Aufträge, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt (EPP 2016; Freckers 2010).
Wenn ein Unternehmen eine Fachkraft ersetzen muss, fallen im Durchschnitt schnell 40% des Jahresgehaltes als zusätzliche Kosten an.